ICSI

ICSI

Bei der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) wird ein Spermium direkt in die Zytoplasma der Eizelle injiziert. Das Verfahren wird mit dem inversen Mikroskop bei einer Vergrößerung von 200-400 Mal durchgeführt. Die Größe der Arbeitsfläche der Pipetten ist bei der Haltepipette 20 Mal und bei der Injektionspipette 60 Mal kleiner als der Durchmesser des menschlichen Haares.

Bei diesem Verfahren werden die umgebenden Cumuluszellen der Eizelle mittels des Enzyms Hyaluronidase entfernt. Im nächsten Schritt wird die Eizelle festgelegt und ein geeignetes Spermium mit der Injektionspipette aufgefangen. Danach wird die Eizelle mit der Haltepipette fixiert und das Spermium in ihr Zytoplasma injiziert.

Die mit dem Spermium injizierte Eizelle wird wieder in den Brutkasten gelegt und nach 16-18 Stunden kontrolliert, ob sie sich befruchten ließ.

    

Voraussetzungen für eine ICSI Behandlung:

  • Oligozoospermie (weniger als 20 Mio. Samenzellen pro ml);
  • Asthenozoospermie (weniger als 30 % bewegliche Spermien);
  • Teratozoospermie (weniger als 5 % Spermien mit normalen Formen nach den strengen Krügers Kriterien);
  • Bewiesene schlechte Überlebenschancen der Spermien;
  • Patientinnen, bei denen sich die Eizellen mit der IVF Methode nicht befruchten ließen;
  • Patientinnen, bei denen nach mehreren IVF Behandlungen keine Schwangerschaft eingetreten ist.

In den letzten Jahren haben sich die Indikationen zur ICSI Behandlung erweitert. Die Methode wird angewendet bei Paaren, bei denen die Frau im fortgeschrittenen Reproduktionsalter ist, bei vorliegender Infertilität wegen Endometriose, bei immunologischen Voraussetzungen, sowie bei ungeklärter Unfruchtbarkeit.

Die ICSI Methode hat die Basis für neue Techniken zur Behandlung der Azoospermie gelegt:

  • MESA (Mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration);
  • TESA (Testikuläre Spermienaspiration);
  • TESE (Testikuläre Spermienextraktion).